Vestibularsyndrom beim Hund: Ursachen, Behandlung und Prognose
Autor: Stela E. Seemann
Hundeernährungsberaterin
Was ist das Vestibularsyndrom?
Es ist eine Störung des Gleichgewichtssystems, die zu Schwindel, Koordinations- und Gangproblemen führt. Die Symptome treten meist plötzlich auf und sind bei älteren Hunden häufiger.
Mögliche Ursachen
- Infektionen im Mittel- oder Innenohr, etwa eine fortgeschrittene Ohrenentzündung
- Verletzungen am Kopf oder Innenohr
- Stoffwechselerkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion
- neurologische Ursachen wie Tumoren oder Entzündungen
- idiopathisch, also ohne fassbare Ursache (häufig bei Senioren)
Woran du es erkennst
- schiefe Kopfhaltung
- Taumeln, Schwanken, Umfallen (Ataxie)
- zuckende Augen (Nystagmus)
- Übelkeit und Erbrechen
- Orientierungslosigkeit
So hilfst du zu Hause
- Schaffe eine sichere Umgebung ohne Treppen und Stolperfallen.
- Gib mit einem Geschirr Halt beim Laufen.
- Biete Wasser gut erreichbar an, damit dein Hund nicht austrocknet.
- Füttere kleine, häufige Mahlzeiten gegen die Übelkeit.
- Besprich mit dem Tierarzt Medikamente gegen Schwindel und Übelkeit.
Prognose
Beim idiopathischen Vestibularsyndrom erholen sich die meisten Hunde innerhalb weniger Wochen weitgehend, manchmal bleibt eine leichte Kopfschiefhaltung. Bei anderen Ursachen hängt die Prognose von Grunderkrankung und Behandlung ab.
Fazit
Das Vestibularsyndrom sieht dramatisch aus, hat in seiner häufigsten Form aber gute Aussichten. Wichtig ist die zeitnahe tierärztliche Abklärung, um ernste Ursachen auszuschließen, und liebevolle Unterstützung, bis sich dein Hund wieder gefangen hat.
Dieser Ratgeber gibt Orientierung und ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Bei plötzlichen Gleichgewichtsstörungen wende dich zeitnah an deine Tierarztpraxis.