Inkontinenz beim Hund
Autor: Stela E. Seemann
Hundeernährungsberaterin
Inkontinenz oder Unsauberkeit?
Bei echter Inkontinenz passiert der Urinverlust unwillkürlich, dein Hund merkt es oft selbst nicht, typischerweise als nasser Fleck am Liegeplatz. Setzt dein Hund dagegen bewusst ab, steckt eher ein Thema mit der Stubenreinheit oder dem Markieren dahinter.
Mögliche Ursachen
- Schließmuskelschwäche: häufig bei kastrierten Hündinnen, oft hormonell bedingt.
- Harnwegsinfekt oder Blasensteine: siehe auch Nieren, Leber und Harnwege.
- Alter: nachlassende Blasenkontrolle bei Senioren.
- Erkrankungen: etwa Diabetes oder Nierenerkrankungen mit vermehrtem Harndrang.
- Neurologische Ursachen: gestörte Nervensteuerung der Blase.
Was du tun kannst
- Lass die Ursache tierärztlich abklären, meist über eine Urinuntersuchung.
- Bestrafe deinen Hund nicht, er kann nichts dafür.
- Nutze waschbare, wasserdichte Unterlagen für den Liegeplatz.
- Ermögliche häufige Gassirunden, damit die Blase nicht zu voll wird.
Häufige Fragen
Ist Inkontinenz heilbar?
Oft gut behandelbar, je nach Ursache mit Medikamenten oder gezielter Therapie.
Warum sind kastrierte Hündinnen häufiger betroffen?
Der Hormonwegfall kann den Blasenschließmuskel schwächen.
Kann ich zu Hause etwas tun?
Ja, häufige Gassirunden, saubere Unterlagen und keine Strafe. Die Therapie gehört zum Tierarzt.
Wann sollte ich sofort zum Tierarzt?
Bei Blut im Urin, Pressen, Schmerzen oder plötzlichem Beginn.
Fazit
Inkontinenz ist ein medizinisches Thema, kein Erziehungsproblem, und lässt sich meist gut behandeln. Lass die Ursache abklären, mach es deinem Hund mit sauberen Unterlagen und häufigen Gassirunden leichter und verzichte auf Strafe. Mehr im Ratgeber zu Nieren, Leber und Harnwegen.
Dieser Ratgeber gibt Orientierung und ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Bei plötzlichem Urinverlust oder Blut im Urin wende dich an deine Tierarztpraxis.