Warum Mundgeruch fast nie vom Magen kommt
Wenn der Hund aus dem Maul riecht, tippen viele auf den Magen. In den allermeisten Fällen sitzt die Ursache aber direkt an den Zähnen: Bakterien, die sich im Zahnbelag vermehren und Schwefelverbindungen produzieren. Aus weichem Belag wird innerhalb weniger Tage harter Zahnstein, darunter reagiert das Zahnfleisch, und ab da riecht es nicht nur, es tut auch weh. Bei über 80 % der Hunde ab drei Jahren finden Tierärzte Zahnstein oder Zahnfleischentzündungen. Die gute Nachricht: Zahnpflege beim Hund ist kein Hexenwerk, sie muss nur regelmäßig passieren.
Was im Maul passiert und wo du eingreifen kannst
Nach jeder Mahlzeit legt sich ein Film aus Speichel, Futterresten und Bakterien auf die Zähne. Dieser Belag ist weich und lässt sich entfernen, mechanisch durch Kauen und Putzen oder chemisch durch Wirkstoffe, die die Bakterien bremsen und die Mineralisierung stören. Erst wenn der Belag mineralisiert, wird er zu Zahnstein, und der geht nur noch beim Tierarzt ab. Das Fenster, in dem du selbst etwas tun kannst, ist also die Phase zwischen Futter und Verhärtung, und die dauert nur zwei bis drei Tage. Deshalb funktioniert Zahnpflege nur täglich.
Pulver, Spray, Gel oder Snack: was passt zu euch
- Gebissglanz Dentalpulver: die einfachste Form, weil sie im Napf verschwindet. Seealgenmehl, Eierschalenpulver, Petersilie und Pfefferminze wirken über den Speichel auf den Belag, täglich 1 g je 10 kg ins Futter. Für Hunde, die sich nicht ans Maul fassen lassen, und für die tägliche Basis.
- Gebissglanz Dentalspray: Kräuterextrakte, Propolis und Pfefferminzöl einmal täglich auf Zähne und Zahnfleisch sprühen. Schnell, kein Bürsten nötig, wirkt direkt an der Stelle. Für Hunde, die das Maul kurz öffnen lassen.
- Gebissglanz Dentalgel: mit Magnolienrinden- und Rotweidenextrakt gegen Plaque, geschmacksneutral, wird mit Finger oder Zahnbürste einmassiert. Die gründlichste Variante, wenn dein Hund das Putzen zulässt. Auch für Katzen geeignet.
- Funktionaler Snack Zahnpflege: Truthahn und Wildschwein mit Grüntee-Extrakt, Aktivkohle und Pfefferminze. Die Belohnung, die nebenbei die Maulflora unterstützt. Ergänzt Pulver oder Spray, ersetzt sie nicht.
Die Kombination, die wir empfehlen: Dentalpulver täglich als Basis, dazu Spray oder Gel an den Tagen, an denen dein Hund es zulässt. Das Zahnpflege-Set bündelt genau das.
Kauen ist Zahnpflege, aber nicht jedes Kauen
Kauen reinigt die Zähne mechanisch, allerdings nur dort, wo der Zahn wirklich Kontakt mit dem Kauartikel hat. Weiche Kauartikel, die nach zwei Bissen weg sind, bringen wenig. Gut sind Kauartikel, an denen dein Hund zehn bis fünfzehn Minuten arbeitet und die sich beim Kauen um den Zahn legen: getrocknete Kausehnen, Kaninchenohren mit Fell, Rinderkopfhaut. Vorsicht bei sehr harten Sachen wie Geweih oder Knochen, die können Zähne brechen. Trockenfutter allein reinigt übrigens kaum, die Kroketten zerbrechen, bevor sie am Zahn arbeiten.
Zahnpflege beim Hund einführen: so klappt es
Fang mit dem Pulver an, das merkt dein Hund nicht. In der zweiten Woche gewöhnst du ihn ans Maulanfassen: Lefze kurz anheben, loben, Leckerli. Erst wenn das entspannt geht, kommt das Spray dazu, dann Gel oder Bürste. Rechne mit zwei bis drei Wochen Gewöhnung und arbeite immer nach dem Spaziergang, wenn dein Hund müde und entspannt ist. Bei Welpen lohnt es sich, das Ritual schon vor dem Zahnwechsel einzuführen, dann ist es für den Hund normal.
Woran du merkst, dass es wirkt
Der Atem ist das erste, was sich ändert, meist innerhalb von ein bis zwei Wochen. Nach drei bis vier Wochen fühlen sich die Zähne glatter an, wenn du mit dem Finger drüberfährst, und das Zahnfleisch ist blassrosa statt rot am Zahnrand. Bestehender harter Zahnstein löst sich durch Pflege nicht mehr auf, der muss einmal professionell entfernt werden. Danach hält die tägliche Pflege die Zähne sauber. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber Zahnpflege beim Hund.
Wann du zum Tierarzt solltest
Dicker brauner Zahnstein, stark gerötetes oder blutendes Zahnfleisch, wackelnde oder abgebrochene Zähne, einseitiges Kauen, Futter, das aus dem Maul fällt, Speicheln, Schwellungen im Gesicht oder ein Geruch, der sich mit Pflege nicht bessert, gehören in die Tierarztpraxis. Zahnschmerzen zeigen Hunde selten offen, sie fressen einfach weiter. Ergänzungsfuttermittel und Pflegeprodukte unterstützen die Maulhygiene, sie ersetzen keine Zahnreinigung und keine Behandlung.